
Für viele Menschen, die unter Allergien leiden ist Blütenstaub (Pollen) ein Problem
Allergisches Asthma, Heuschnupfen (Pollinose), Neurodermitis, Ekzeme und sogenannte klinisch ökologische Pseudoallergie (Intoleranz): All diesen Krankheiten, so unterschiedlich sie auch verlaufen mögen, ist eins gemeinsam: der Organismus reagiert übertrieben auf eigentlich ganz natürliche Umwelteinflüsse.
Warum der Einzelne allergisch auf etwas reagiert, was seinem nächsten Verwandten nichts ausmacht, weiß niemand. Sicherlich handelt es sich um eine Summenschädigung unter Einschluss der aufgebrachten Psyche! Wie eine Allergie im Körper abläuft, ist dagegen sattsam bekannt.
Neben den normal bekannten Formen der Allergie, bei denen auf der Haut oder den Schleimhäuten ein stürmisch ablaufender, sichtbarer Prozess vor sich geht (Ekzem, Asthma), gibt es “larvierte Allergien”, sogenannte klinisch-ökologische Formen. Das können sein: Depressionen, Legasthenien, Hyperkinetisches Syndrom, Ess- oder Magersucht, Tobsuchtsanfälle, Quartalstrinken, bestimmte Migräneformen, Extrasystolie des Herzens oder Herzrasen, chronische Durchfälle, Blutdruckauffälligkeiten, Darmgeschwüre und anderes mehr.
Formen der Allergie
Unterschieden werden im wesentlichen drei Formen allergischer Reaktionen:
- Allergie : eine Antigen-Antikörperreaktion (humoraler Mechanismus) führt zu einer Mediatorfreisetzung (meist Histamin). Unterschieden wird in Sofortreaktion (IgE, das Allergieeiweiß ist erhöht), verzögerte Reaktion und chronisch entzündliche Reaktion
- Pseudoallergie (Intoleranz): Inhaltsstoffe der Nahrung, Chemikalien und Giftstoffe (Bakterien-, Viren-, Pilztoxine) führen zu einer Freisetzung von Mediatoren (meist Histamin)
- Physikochemische Reaktionen : z.B. Kälteurticaria (selten)
Allergene sind nur diejenigen Stoffe, die zur Verbindung mit körpereigenem Eiweiß fähig sind. Sind humorale Mechanismen die Ursache, entstehen Quaddeln (Brennessel Ausschlag, Urtikaria) als Sofort- oder Spätreaktion. Ist die zellvermittelte Abwehr die Ursache, bilden sich Kontakt-Ekzeme. Juckreiz tritt auch bei Parasitenbefall und inneren Erkrankungen auf.
Ursachen für Allergien und Unverträglichkeiten sind
angeborene (Atopie) und erworbene Sensibilisierungen durch:
- Gräser, Blütenpollen, Staub, Milben
- Viren, Bakterien, Pilze
- Toxine (Insektengifte), Medikamente, Genussmittel, Chemikalien
- Fehlernährung, Überernährung
- Stress, Schlaflosigkeit, Überforderung
- ungenügende Ausscheidung von “Stoffwechselresten”, (z.B. Verstopfung, zu wenig Trinken, zu wenig Bewegung)
Die Krankheitsvorgeschichte ist bei Allergien das “A und O”
- besteht eine allergische Veranlagung, z.B. Milchschof, Heuschnupfen als Kind oder allergische Erkrankungen in der Familie?
- tritt die Erkrankung saisonal, ortsabhängig oder unabhängig von diesen Faktoren auf?
Diagnostik bei Allergien
- Hauttests (Reibe-, Prick-, Intracutan-Test)
- Organprovokation (z.B. Esstest bei Nahrungsmittelallergie)
- serologische Untersuchungen (z.B. Rast)
- Auslassversuch (Karenz) und erneuter Kontakt mit dem Allergen (Reexposition)
Diagnostik bei Blütenstauballergie
- Pollenflug tritt saisonal auf. Krankheitsvorgeschichte unter Zuhilfenahme eines Pollenkalenders
- bestehen auch Nahrungsmittel Allergien (Kreuzallergien)?
- tritt die Erkrankung unabhängig vom Pollenflug das ganze Jahr auf (Perenniale Allergie)?
- Routine Hauttests mit Gräser-, Getreide-, und Baum-Pollen
- serologische Untersuchungen (z.B. Rast)
Diagnostik bei Hausstauballergie
- Krankheitsvorgeschichte: die Hausstauballergie tritt ortsabhängig auf. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Hausstaubs sind Milbenkot, Tierepithelien, Federn und Schimmelpilzsporen
- Routine Hauttests mit Hausmilben, Tierepithelien, Federn, Schimmelpilzsporen
- serologische Untersuchungen (z.B. Rast)
Diagnostik beim Kontakt-Ekzem
- Krankheitsvorgeschichte und Epicutantest
Ursache sind Kontakt-Allergene, u.a.
- Metalle: z.B. Chrom, Nickel, Quecksilber
- Chemikalien: Paraphenylendiamin, Dinitrochlorbenzol
- Gummiinhaltsstoffe, Sulfonamide, Phenothiazine
- Konservierungsstoffe, halogenierte Salizylanilide
- viele Arzneimittel: z B. Psychopharmaka, Laxantien
- UV-Strahlen können Substanzen umstrukturieren, so dass sie zu Allergenen werden (photoallergisches Kontaktekzem)
- Hexachlorophen (in Desodorantien, Antimykotika)
Diagnostik bei Nahrungsmittelallergie
- Die Krankheitsvorgeschichte gibt meist keine Hinweise. Achten Sie auf Genuss- oder Nahrungsmittel, die Sie regelmäßig oder wie unter Zwang (Ich muss das haben, sonst fühle ich mich nicht wohl) verzehren. Die Lieblingsgerichte enthalten häufig das Allergen.
- Hauttests (Reibe-, Prick-, Intracutan-Test) auf Nahrungsmittel und/oder ggf. Zusatzstoffe, Konservierungsmittel
- serologische Untersuchungen (z.B. Rast)
- Organprovokation (z.B.: Esstest bei Nahrungsmittelallergie)
- Auslassversuch (Karenz) und erneuter Kontakt mit dem Allergen (Reexposition)
Bei Allergikern ist häufig im Darm eine chronische Entzündung vorhanden. Dies führt dazu, dass dann Pilz-, und Bakteriengifte, sowie Speisepartikel direkt zu den Zellen des lymphatischen ersten Abwehrsystems in der Darmwand gelangen und dort eine überstürzte Reaktion auslösen.
Viele Allergiker haben falsche Darmbakterien (die nicht zur Ernährung der Darm- Deckzellen beitragen) und zuviel Pilze (Hefen = Candida) im Darm. Pilze können den immunologischen Schleimhautschutz – das sekretorische IgA – regelrecht auffressen. Das um den Darm befindliche Immunsystem (70% unseres Immunsystems befindet sich im Bauchraum) ist dann ebenfalls gestört.
Jeder Allergiker hat ein, stark mit sauren Abfallprodukten überlastetes Bindegewebe. Dies führt zur Einwanderung von Entzündungszellen in dasselbe und zum Eiweißverlust aus den Blutgefäßen ins Gewebe – nachfolgend zu Wasseransammlungen um die Augen, an den Fingern, an den Oberschenkeln und Knien oder im ganzen Körper, besonders vor der Regel (bei Frauen).
Die sich in jedem Körpergewebe mehr oder minder austobenden allergischen Erscheinungen führen zu Ausscheidungsstörungen der Niere. Sie steht im Zentrum der naturheilkundlichen Therapie.
Ärztliche, naturheilkundliche Maßnahmen
- Die Fastenkur stellt die wichtigste Maßnahme dar, weil sie rasch und gründlich körperfremde Stoffe „porentief“ entfernt und das Bindegewebe entsäuert
- Die Eigenbluttherapie mit Sauerstoff und UV-Bestrahlung (Hämaktivator nach Höveler) wirkt normalisierend auf das Immunsystem (immunmodulierend). Es können hierbei homöopathische Mittel und Nosoden (homöopathisierte Krankheitsstoffe, Gifte) gezielt zugegeben werden
- Kuren mit verdünntem oder potenziertem Eigenblut kann jeder nach Anleitung selbst durchführen. Gelegentlich bedient man sich hierzu industriell hergestellter, vorgefertigter Seren
- In vielen Fällen hilft die Eigenharntherapie, ähnlich der Eigenbluttherapie
- Homöopathie und Pflanzenmittel, meist Entwässerungsmittel und Darmtees helfen bei der Stoffwechselreinigung.
- Das Trinken von zwei bis drei Liter Mineralwasser täglich ist für den Erfolg der Therapie erforderlich
Diät
Die durch sorgfältige Tests neu gefundene Diät muss zunächst als Eliminationsdiät längere Zeit beibehalten werden. Sie ist oft – jedoch nicht immer – streng vegetarisch.
Weiter sollten Sie beachten
Oft schlafen Allergiker seit Jahren auf einem gestörten Schlafplatz, leben in modernen Häusern, in welchen Holzschutzmitteln ausgasen, benutzen Teppiche, welche mit Schädlings- Bekämpfungsmittel ausgerüstet sind (Eulan), benutzen Mottenpulver und essen und trinken viele Fertigprodukte, in denen bis zu 20.000 (!) erlaubte Nahrungsmittelzusätze versteckt sind.
Wichtig ist die Regulierung des Tag- Wachrhythmus nach biologischen Prinzipien. Das heißt, nicht jahrelang die “Nacht zum Tag zu machen.”
Die Regulierung nervlicher Überlastungen (Streit, Hader, Ärger) ist ein zentrales Behandlungsthema. Es folgt die Regulierung mangelhafter Körperbewegung mit der Verbesserung der Atmung, des Sauerstoffeingangs und des (Kohlen-) Säureausgangs sowie die Regulierung des Schwitzens.
Umwelt
Da heute durch die Umweltbelastung eine Vielzahl, den Körper und seine Systeme verwirrende Faktoren als Allergiebegleiter in Frage kommen, muss der Therapeut in schweren Fällen eine Vielzahl von “Allergenen” aus Bett, Wohnzimmer und Küche entfernen.
- Möbel, die Formaldehyd ausgasen
- Tapeten, die Klebstoffe vergasen
- Polsterungen, aus denen Appreturen stauben
- Teppichböden, die von Milben genutzt werden
- Lederbezüge, die nach Beizen stinken
Ärzte mit der Zusatzausbildung Umweltmedizin sind hier fachkundig. Über sie kann ein mobiles “Umweltmobil” angefordert werden, mit dessen Hilfe Schadstoffmessungen vor Ort durchgeführt werden können. Die Kosten hierfür werden nur auf Antrag von den Krankenkassen übernommen.
