
Wo große Menschenmengen zusammen kommen verbreiten sich Erkältungsviren besonders schnell
Die Erkältung (Verkühlung) ist die häufigste Erkrankung des Menschen überhaupt. Als Virusinfektion befällt sie die oberen Luftwege – also Nase, Rachen, Luftröhre und Bronchien. Am häufigsten sind Kinder betroffen. Die Erkältung tritt vermehrt in der kalten Jahreszeit auf – hauptsächlich deshalb, weil es in geschlossenen Räumen leichter zur Ansteckung kommt.
Vermeiden lässt sich eine Erkältung am ehesten durch ein starkes Immunsystem oder indem man einer Ansteckung aus dem Weg geht (Vorbeugung). Im Allgemeinen ist die Erkältung eine harmlose Erkrankung, die nach einigen Tagen Bettruhe wieder verschwindet. Fehlt die notwendige Schonung des Körpers, kann die Erkältung aber auch zu einer schweren Nachfolgekrankheit führen. Zur Behandlung gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die häufig ausreichen, um Beschwerden zu lindern, so dass eine medikamentöse Behandlung nicht immer erforderlich ist.
Die Erkältung – auch “grippaler” oder “banaler” Infekt genannt – ist eine Virusinfektion der oberen Luftwege. Die Infektion entwickelt sich zumeist absteigend von der Nase über den Rachen, Luftröhre und Kehlkopf bis in die Bronchien. Der Infekt kann aber auch auf die Nase oder einen der anderen genannten Bereiche beschränkt bleiben.
Kinder sind viel öfter erkältet als Erwachsene. Ihr Immunsystem muss die viralen Erreger erst nach und nach “kennenlernen”, um sich auf sie einzustellen. Kleinkinder erkranken noch bis zu durchschnittlich acht mal pro Jahr an einer Erkältung, ein zwölfjähriges Kind hingegen nur noch ein bis zwei mal.
Ursachen
Viren und nicht etwa die Kälte selbst sind die Ursachen einer Erkältung. In erster Linie sind es Parainfluenzaviren, Adenoviren, Rhinoviren u.a.
Von der Grippe lässt sich die Erkältung (grippaler Infekt) durch die Art der Krankheitserreger abgrenzen. Eine “echte” Grippe wird von sogenannten Influenzaviren verursacht.
Eine Erkältung “holt” man sich durch Einatmen von ausgehusteten oder ausgeniesten Tröpfchen von bereits infizierten Menschen. Besonders in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen erreichen die mit Erregern belasteten feinen Wassertröpfchen eine hohe Konzentration. Daher ist die Ansteckungsgefahr in der kalten Jahreszeit, bei der das Leben überwiegend in geschlossenen Räumen stattfindet, auch viel größer als im Sommer.
Vorbeugung
Entsprechend der erhöhten Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen, lässt sich das Erkrankungsrisiko verringern, indem man solche Orte nach Möglichkeit meidet. Die Wirkung von Vitamin C (in welcher Dosis auch immer) als Vorbeugemaßnahme gegen Erkältung ist nicht nachgewiesen. Tatsächlich stärkt Vitamin C aber das Immunsystem und mag so mithelfen den Körper besser gegen die Erreger eines grippalen Infektes zu verteidigen.
Früherkennung
Die Erkältung entwickelt sich meist in zwei bis vier Tagen. Erste Anzeichen sind zumeist Schnupfen und trockener Husten, der über einige Tage hinweg anhalten kann. Damit verbunden sind nicht selten Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch Fieber und Gliederschmerzen stellen sich üblicherweise früh ein. Die Schleimhäute sind zu Beginn der Krankheit gerötet und angeschwollen. Die Nase beginnt zu “rinnen”.
Beschwerden sind
- Schnupfen: Typisches Anschwellen der Nasenschleimhaut (die Nase ist “verstopft”) mit mehr oder weniger starker Sekretion (zuerst wässrig, dann schleimig bis eitrig). Schnupfen kann das einzige Symptom einer Verkühlung sein
- Husten: Der anfänglich – mitunter einige Tage – trockene Husten wird mit der Zeit flüssiger, Schleim wird abgehustet. Mit dem Lösen des grau-gelben Schleims verschwinden die Schmerzen beim Husten nach und nach
- Halsschmerzen
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- allgemeine Abgeschlagenheit
- Überempfindlichkeit der Haut in unterschiedlicher Kombination und Stärke. Die allgemeine Abgeschlagenheit und das Fieber sind eine Reaktion des Immunsystems auf die Erreger. Das Fieber ist nicht immer über die gesamte Dauer der Erkrankung vorhanden. Die akute Phase der Erkältung dauert etwa drei Tage an. Bis zur vollständigen Genesung vergehen etwa ein bis zwei Wochen
Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen
Die gereizten Schleimhäute sind anfälliger für die Besiedelung durch Bakterien. Die Erkältung kann so der Grundstein für eine bakterielle Infektion sein (sogenannte Superinfektion) und zu Mittelohrentzündung, akuter Bronchitis oder Lungenentzündung führen. Besonders Säuglinge, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr sind gefährdet.
Diagnose
Eine Erkältung ist anhand ihrer Symptome normalerweise vom Allgemeinmediziner zu erkennen. Bakterien als Auslöser einer Erkältung lassen sich im Speichel unter dem Mikroskop bzw. im Abstrich nachweisen. Die genaue Bestimmung der viralen Erreger lohnt sich in der Praxis kaum. Vermutlich können dieselben Virentypen denselben Menschen wiederholt befallen – es tritt in diesen Fällen also keine Immunität nach einmaligem Befall ein. Zunehmend schlechteres Allgemeinbefinden mit anhaltend hohem Fieber und Schüttelfrost können Anzeichen einer Lungenentzündung sein. Eine Röntgenuntersuchung schafft Klarheit. Bei anhaltendem Husten gilt es, den Zustand der Atemwege abzuklären. Eine Lungenfunktionsprüfung ist angezeigt.
Behandlung, Selbsthilfemaßnahmen
Die Behandlung einer Erkältung zielt lediglich auf eine Beseitigung der Beschwerden ab.
- Bei Fieber ist Bettruhe angeraten. Steigt das Fieber über 39°C können Wadenwickel helfen, die Körpertemperatur zu senken, ebenso fiebersenkende Zäpfchen
- Schwitzkur: Lindenblütentee warm trinken und dann dicht zugedeckt im Bett schwitzen ist ebenfalls eine Möglichkeit, das Fieber zu senken
- Ausreichend trinken hilft bei der Verflüssigung des Schleims und gleicht den Flüssigkeitsverlust aus, der durch das Schwitzen entsteht. Warmer Tee (Holunderblüten oder Lindenblüten) bietet sich für diesen Zweck an
- Inhalieren von Eibischdampf (Eibischtee) löst den Schleim in den Atemwegen und Bronchien
- Durch Spülung mit Kochsalzlösung kann die verstopfte Nase für die Atemluft wieder durchgängig gemacht werden. In einem Zehntelliter Wasser wird etwa ein Gramm Kochsalz gelöst und die Salzlösung wird mehrmals täglich in die Nase getropft. Fertige Lösungen sind in Apotheken erhältlich
- Anfeuchten der Atemluft schont die belasteten Atemwege
Bei Kindern helfen zusätzlich warme Bäder,Brustwickel und Getränke. Halsschmerzen können durch einfache Maßnahmen gelindert werden. Zum Anfeuchten der Rachenschleimhäute können Kinder Bonbons lutschen (Salbei- oder Eibischbonbons) oder Kaugummi kauen. Auch Gurgeln mit Salbeitee wird angenehm empfunden. Tropfen mit ätherischen Ölen und/oder Pfefferminzbonbons reizen eher zusätzlich als dass sie den Hustenreiz stillen.
Mit Granatapfel zusätzlich vor Erkältungen schützen
Neuste Studien belegen: Eine umfassende und besonders effektive Schutzfunktion besitzen die Inhaltsstoffe des Granatapfels: Seine einzigartige Kombination aus Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Antioxidantien kann das körpereigene Schutzsystem optimal und vor allem auf natürliche Weise unterstützen. Oft kann eine Erkältung so abgewehrt werden. Und wenn es einen doch erwischt hat, kann in vielen Fällen auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet werden. Zusammen mit den bekannten Hausmitteln ist mit den Schutzstoffen des Granatapfels die Erkältung nicht so heftig und auch schneller überstanden.
Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung bei einer Erkältung lindert überwiegend die Symptome (die Erscheinungen der Erkrankung) statt die Ursachen zu bekämpfen. Man sollte daher in Rücksprache mit einem Arzt abwägen, ob die Beschwerden tatsächlich medikamentös unterdrückt werden sollen. Handelt es sich beim Husten eindeutig um einen Virusinfekt, was durch die Diagnose abgeklärt werden kann, ist es zumeist nicht angezeigt, den Husten medikamentös zu unterdrücken, da er meist von selbst innerhalb weniger Tage abklingt. Verkürzt wird die Dauer der Atemwegsinfektion durch Hustendämpfer jedenfalls nicht. Besonders bei Kindern scheint es, dass besorgte Eltern zu schnell zu Husten unterdrückenden Medikamenten (Antitussiva) greifen. Die Selbstheilungsfähigkeit des Körpers und nichtmedikamentöse Selbsthilfemaßnahmen werden oft nicht beachtet.
Empfindet der Patient seinen Husten als quälend oder wirkt er über längere Zeit schlafstörend, sind Kodein-Präparate das Mittel der Wahl.
Vorsicht! Medikamente für Kinder unter zwölf Monaten oder mit Asthma dürfen kein Kodein erhalten. Bei Husten werden zudem schleimlösende Mittel eingesetzt. Sie sollen das zu feste Sekret verflüssigen und damit das Abhusten erleichtern. Gegen die “verstopfte Nase” während einer Erkältung kommen am ehesten Nasentropfen vom Typ der schleimhautabschwellenden (gefäßverengenden) Sympathomimetika in Frage. Doch sollte auch hier die Selbstheilungskraft des Körpers nicht vergessen werden. Eine “verstopfte Nase” ist zumeist eine harmlose Begleiterin einer Erkältung und öffnet sich in der Regel von selbst wieder. Die überlange Verwendung von Nasentropfen kann zu einer chronischen Nasenschleimhautentzündung führen. Andererseits kann eine andauernd verstopfte Nase zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen.
Werden Nasentropfen eingesetzt (beispielsweise, um nachts die Nase zu öffnen und dadurch die Mundatmung zu verringern) sollten sie maximal ein bis zwei Wochen verwendet werden.
Vorsicht bei Kindern!
Gebrauch von gefäßverengenden Nasentropfen nur nach ärztlicher Verschreibung. Antibiotika sollten nur bei komplizierten, schweren Infekten eingesetzt werden. Zur Senkung von hohem Fieber bei Kindern ist Paracetamol das Mittel der Wahl.
Heilungschancen
Normalerweise heilt eine Erkältung ohne bleibende Folgen aus. Ein an sich gesunder Organismus setzt sich gegen eine Erkältung schnell erfolgreich zur Wehr. Nach etwa einer Woche sollten die Beschwerden abgeklungen sein. Bis zur endgültigen Genesung kann dann noch eine Woche oder auch mehr vergehen.
Quelle: www.surfmed.de, red.-mod.
