
Sportliche Betätigung und Arginin schützen vor Herzinfarkt und Schlaganfall.
(frm) Ablagerungen in den Blutgefäßen führen zu einem chronischen Engpass im Gefäßinneren (Arteriosklerose). Der Blutdruck steigt und die Arterien können schneller verstopfen als gesunde Gefäße. Das Risiko für Durchblutungsstörungen, Demenz sowie Herzinfarkt und Schlaganfall steigt erheblich.
Arginin (auch: L-Arginin) ist ein körpereigener, natürlicher Eiweißbaustein, der in vielen Lebensmitteln vorgefunden wird, z.B. in Milchprodukten, Fisch, Geflügel und Fleisch. Es spielt eine wesentliche Rolle bei Mechanismen im Körper, wie etwa der Zellteilung, Wundheilung, Beseitigung des Ammoniaks im Körper, Immunität bei Krankheiten und die Sekretion von wichtigen Hormonen.
In den letzten Jahren haben Mediziner in verschiedenen Studien herausgefunden, dass der Eiweißbaustein Arginin für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen essentiell ist. Es konnte gezeigt werden, dass Arginin den Ablagerungen und Entzündungen in den Gefäßen entgegen wirkt und durch Weitung der Gefäße die Durchblutung im gesamten Körper verbessert. Ausgangspunkt ist dabei die Verbesserung der „endothelialen Dysfunktion“ (Gefäßstörung) durch Arginin.
Nobelpreis macht den Weg frei
Spätestens seitdem der Medizin-Nobelpreis 1998 für die Entschlüsselung der Wirkung von Arginin verliehen wurde, ist die Substanz in den Fokus der Forscher gerückt. Inzwischen konnte in einer Vielzahl von Studien gezeigt werden, dass die regelmäßige Einnahme von Arginin zu deutlichen Verbesserungen bei Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz und besonders bei Arteriosklerose führt.
Die Ergebnisse verschiedener, weltweit durchgeführter Studien, die sich mit den Effekten einer Arginingabe auf gestörte Arterienfunktion befassen, wurden jetzt im Rahmen einer Metaanalyse (1) zusammen gefasst und im renommierten American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.
Analysiert wurden im Vorfeld 1.466 Untersuchungen. In die engere Auswertung wurden insbesondere kontrollierte klinische Studien einbezogen. Die Ergebnisse waren eindeutig:
Effektiver Schutz für die Gefäße
Bereits eine 3 bis 6 monatige Einnahme von L-Arginin verbessert nachhaltig eine vorliegende Gefäßstörung durch Ablagerungen. Die Wissenschaftler konnten dabei bestätigen, dass bereits relativ geringe Arginin-Mengen völlig ausreichen, um einen nützlichen Effekt auf die gestörte Gefäßfunktion auszuüben. Mit dieser Gesamtanalyse wurde erneut gezeigt, dass Arginin (z. B. in ‘Telcor Arginin plus’, Filmtabletten) ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Patienten mit Arteriosklerose, Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen ist.
Aufgrund der ausgezeichneten Verträglichkeit und der beeindruckenden Therapieerfolge wird die Behandlung mit L-Arginin auch verstärkt von Ärzten empfohlen. Prof. C. Siegers, Pharmakologe der Universität Lübeck: “Aktuelle Studien zeigen, dass gerade bei Adernverkalkung und Bluthochdruck häufig ein erheblicher Arginin-Mangel vorliegt. Weil der Körper Arginin nicht ausreichend selbst herstellen kann, muss der Mangel möglichst früh ausgeglichen werden. So kann die Adernverkalkung gestoppt werden und der Blutdruck sich wieder selbst regulieren – ganz ohne Chemie. Langfristig eingenommen der beste Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt”.
Schlaganfall vorbeugen – was kann ich noch tun?
Zur Vermeidung eines Schlaganfalls (Apoplex) sollte man Risikofaktoren ausschalten, die arteriosklerotische Veränderungen der Gefäße bedingen und die Gefäßveränderung fördern: Rauchen, Übergewicht und hoher Blutdruck.
Die Einstellung des Blutdrucks, des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins (LDL-Cholesterin konsequent unter 100mg/dl halten) auf normale Werte senkt das Schlaganfall-Risiko.
- Diabetiker sollten eine optimale Blutzuckereinstellung und niedrige Langzeitblutzuckerwerte (=HbA1c-Werte) anstreben
- Regelmäßige Bewegung mit Steigerung der Ausdauer und Gewichtsreduktion wirken sich positiv auf die Gesundheit aus und dienen der Vorbeugung eines Schlaganfalls
- Auf Rauchen und Alkoholgenuss sollte verzichtet werden
- Eine ausgewogene, fettarme sowie gemüse- und obstreiche Ernährung ist wichtig
Literatur
- Yongyi Bai et al: Increase in fasting vascular endothelial function after short-term oral L-arginine is effective when baseline flow-mediated dilation is low: a meta-analysis of randomised controlled trials; Am J Clin Nutr. 89: 77-84; 2009
