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Was tun bei Schlaganfall?

05. 11. 2009, Redaktion
Schlaganfall

Kopfschmerzen sind nur eines von vielen Frühwarnzeichen

Jährlich erleiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Nach Krebs- und Herzerkrankungen ist das sogar die dritthäufigste Todesursache in der Bundesrepublik.

Auslöser ist in 80 Prozent der Fälle ein Blutgerinnsel, das eine Ader im Gehirn blockiert. Erfolgt die Behandlung nicht innerhalb von drei Stunden, steigt das Risiko, dass Gewebe im Gehirn abstirbt, weil es nicht mehr durchblutet wird. Je nachdem, welcher Gehirnabschnitt betroffen ist, können halbseitige Lähmungen oder bleibende Sprechstörungen die Folge sein.

Warnzeichen
Zu den Frühwarnzeichen gehört der vorübergehende Sehverlust auf einem Auge. Aber auch Muskelschwäche im Arm, Kraftlosigkeit eines Beines und Gefühlsstörungen wie Taubheit, lästiges Kribbeln sowie vorübergehende Sprach-, Sprech- und Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Kopfweh oder Hörsturz können Vorboten eines Hirnschlags sein. Diese Anzeichen sollten sehr ernst genommen werden, denn in zehn Prozent der Fälle folgt innerhalb der darauf folgenden vier Wochen ein richtiger Schlaganfall. Die Symptome sind dann anhaltend: Lähmungen, hängende Augenlider, schiefer Mund, Seh-, Sprachprobleme und der Schwindel bleiben. Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage zu lächeln, können die Hände nicht mehr in die Luft recken und keinen Satz mehr verständlich formulieren.

Gefährdet sind vor allem Menschen mit Bluthochdruck. Werte über 140/90 mmHg sind immer behandlungsbedürftig. Bluthochdruck führt dazu, dass die Gefäßwände angegriffen werden. Dadurch können sich Ablagerungen aus Fett und Bindegewebe so gut anheften, dass Engstellen entstehen können. Zudem kann ein hoher Blutdruck Gefäßrisse begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind Diabetes, Übergewicht, zu hoher Cholesterinspiegel, zu viel Alkohol, Bewegungsmangel, Herzrhythmusstörungen und das Rauchen.

Therapie
Patienten mit akutem Schlaganfall müssen so schnell wie möglich in eine Spezialklinik (Stroke Unit) gebracht werden. Dort wird die Ursache – verstopftes oder geplatztes Gefäß – mit Hilfe einer mit Kontrastmittel verstärkten Magnetresonanz-Tomografie (MRT) ermittelt und je nach Art des Schlaganfalls behandelt. Da es sich in den meisten Fällen um ein verstopftes Gefäß handelt, ist das einzige Mittel, um schwere Schäden zu verhindern, eine umgehende Behandlung mit Medikamenten, die das Blutgerinnsel auflösen (die so genannte Lyse-Behandlung).

Rehabilitation
Nach einem Schlaganfall sollten Betroffene in einer Reha-Behandlung so schnell wie möglich mit Sprach-, Gedächtnis- und Bewegungstherapie beginnen und dauerhaft am Ball bleiben, da selbst nach Jahren immer noch erstaunliche Verbesserungen erzielt werden können. Schlaganfall-Patienten sollten sich zudem jede Bewegung, die sie ausführen wollen, exakt vorstellen. Denn schon der Gedanke an die korrekte Ausführung schafft neue neurologische Verbindungen im Gehirn.

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