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Artischocke

Cynara scolymus

Gesunde Distel: Die Artischocke

Die Artischocke gehört zu den Distelgewächsen und wird in den warmen Gebieten des Mittelmeerraumes und Amerikas als Gemüsepflanze kultiviert. In Mitteleuropa baut man sie feldartig zu Arzneizwecken als Blattpflanze an.

Bereits im Mittelalter war die Heilwirkung der Artischocken-Blätter bekannt und schon damals wurde sie gegen Leberunterfunktion, Gallenstörungen und zur Regenerierung der Verdauungsorgane eingesetzt.

Die in den Blättern enthaltenen Wirkstoffe erneuern die Leberzellen und fördern die Fettverdauung, lindern Leberschwellungen und Gelbsucht, steigern die entgiftende Arbeit der Leber und fördern den Gallenfluss. Dadurch wird die Entstehung von Gallensteinen beeinflusst, da der Cholesterinspiegel gesenkt und das Blut gereinigt wird. Artischocke kann übrigens auch gegen Migräne wirken.

Artischocke als Arzneipflanze
Als Arzneipflanze ist die Artischocke vor allem wegen ihrer guten Wirkung bei eingeschränkter Fettverdauung (aufgrund mangelhafter Gallentätigkeit) bekannt. Die Galle ermöglicht zudem auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und die Ausscheidung von Cholesterin.

Als Alternative zum täglichen Verzehr von Artischocken bietet sich die Einnahme von Artischockenwirkstoffen in Form von Extrakten oder Presssaft an. Besonders naturnah sind die Wirkstoffe in Frischpflanzenextrakten enthalten, da bei ihnen die Blätter vor der Verarbeitung nicht getrocknet werden. So kann das breite, natürliche Spektrum der wichtigen Artischocken-Inhaltsstoffe zu fast 100 Prozent in einen hochwertigen Extrakt gebracht werden. Aufgrund der Jahrtausende langen Erfahrung mit Artischocken als Nahrungs- und Heilmittel sind keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten.

Inhaltsstoffe
Die Artischocke enthält als wirksame Inhaltsstoffe Cynarin (ein Kaffeesäurederivat), Flavonoide (wie Cynarosid) und Sesquiterpenlactone (z.B. Cynaropicrin).

Cynarin fördert die Bildung von Galle und den Gallenfluss, gleichzeitig wird die entgiftende Wirkung der Leber unterstützt und die Leber aufgrund ihrer antixoidativen Eigenschaften geschützt.Ergänzend dazu wird auch der Cholesterinspiegel durch eine Reduktion der körpereigenen Cholesterinproduktion und einen schnelleren Abbau in der Galle gesenkt.

Die Artischocke hat darüber hinaus antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie ist also hervorragend für die Bekämpfung der Arteriosklerose und damit unter anderem zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt geeignet. Sie wirkt auch schwach harntreibend.

Bitterstoffe, Leberschutz und Fettverdauung
Bitterstoffe oder Bittermittel (Amara), regen die Magensaftsekretion und Verdauung an und sind angezeigt bei dyspeptischen Beschwerden.

Pflanzen, welche die Gallenproduktion und den Gallenfluss anregen und damit zu einer besseren Fettverdauung beitragen, enthalten ebenfalls bittere Wirkstoffe. Durch ihre Einnahme wird nach üppigem Essen das Völlegefühl sowie Magendrücken und Blähungen vermindert. Artischocken sind dabei besonders wirkungsvoll.

Nach langjährigen Erfahrungen, die durch klinische Studien belegt werden, senkt die Einnahme von Artischockenextrakten die Blutfettwerte: Das Gesamtcholesterin, das schädliche LDL-Cholesterin und die gefährlichen Triglyceride. Die Blutwerte des gesunden HDL-Cholesterins steigen hingegen an, wodurch ein günstigeres HDL-LDL-Cholesterin-Verhältnis zu Stande kommt.

Die Senkung der Blutfettwerte durch Artischocke steht im Zusammenhang mit deren stimulierenden und schützenden Effekten auf die Leber. Die komplexen bioaktiven Inhaltstoffe der Artischocke helfen sogar bei der Regeneration der Leber, etwa nach Alkohol- oder Medikamenteneinnahme. Insbesondere die Caffeoylchinasäurederivate und das Cynarin, verstärkt durch die Artischocken-Flavonoide, sind dabei besonders wirkungsvoll.

Senkung von Blutfettwerten, Triglyceriden und Cholesterinspiegel
Um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen, vor allem aber um erhöhte Blutfettwerte auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen, sollten die Galle anregenden Bitterstoffe regelmäßig und vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Wie man heute weiß, besteht ein Zusammenhang zwischen erhöhten Blutfettwerten (Triglyceride und LDL-Cholesterin) und Übergewicht, beziehungsweise Adipositas.

Erhöhte Blutwerte von Triglyceriden und LDL-Cholesterin stehen auch im Zusammenhang mit einem höheren Risiko von Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und – wie sich inzwischen zeigt – auch Altersdiabetes.

Vorbeugung und Behandlung von Störungen des Leber-Galle-Systems und Beschwerden durch schweres, fettes Essen sind also mehr als die kurzfristige Steigerung des eigenen Wohlbefindens.

Literatur (Auswahl)

  1. Brand N: Der Extrakt in Artischockenpräparaten. Pharmazeutische Aspekte eines pflanzlichen Wirkstoffes. Dtsch Apoth Z 1997:137:3564-3578.
  2. Ernst E: Die Artischocke – eine Heilpflanze mit Geschichte und Zukunftsperspektiven, naturamed 1995:7:1-4.
  3. Fintelmann V: Klinische Bedeutung der lipidsenkenden und antioxidativen Wirkung von Cynara scolymus (Artischocke). In Loew D, Rietbrock N (eds): Phytopharmaka II. Forschung und klinische Anwendung. Darmstadt, Steinkopff, 1996, pp 145-159.
  4. Fintelmann V, Menßen HG: Artischockenblätterextrakt. Aktuelle Erkenntnisse zur Wirkung als Lipidsenker und Antidyspeptikum. Dtsch Apoth Z 1996:136:1405-1414.
  5. Fintelmann V, Petrowicz O: Langzeitanwendung eines Artischocken-Extraktes bei dyspeptischem Symptomkomplex. naturamed 1998:13:17-26
  6. Gebhardt R, Fausel M: Antioxidant and hepatoprotective effects of artichoke extracts and constituents in cultured hepatocytes. Toxicol in Vitro 1997:11:669-672.
  7. Matuschowski P: Beitrag zur Pharmakologie und Wirkstoffindung von Cynara scolymus L., Dissertation. Münster, Westfälische Wilhelms-Universität. 1998.
  8. Petrowlcz O, Gebhardt R, Donner M, Schwandt P, Kraft K: Effects of artichoke leaf extract (ALE) on lipoprotein metabolism in vitro and in vivo. Atherosclerosis 1997:129:147.
  9. Wagenbreth D, Grün M, Wagenbreth A-N, Wegener T: Artischocke – Qualitätsdroge aus Arzneipflanzenanbau. Dtsch Apoth Z 1996:136:3818-3828.
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Artischocke (Cynara scolymus)

Bereits im Mittelalter wurde die Heilwirkung der Artischocken-Blätter bekannt und gegen Leberunterfunktion, Gallenstörung und zur Regenerierung der Verdauungsorgane eingesetzt.

Die Blätter erneuern die Leberzellen und fördern die Fettverdauung. Sie lindern Leberschwellung und Gelbsucht, steigern die entgiftende Arbeit der Leber und können Gallensteine verhindern, da der Gallenfluß gefördert wird. Dieser bewirkt, dass der Cholesterinspiegel gesenkt und das Blut gereinigt wird. Kann auch gegen Migräne wirken, denn Migräneanfälle können vielfältige Ursachen haben.

Artischocken-Pflanze

Artischocke (Cynara scolymus) syn. Essdistel – Englisch: Artichoke

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)

Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)

Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Anwendungsgebiete

Leberschwäche, erhöhter Cholesterinspiegel, Schwindel, Gicht, Rheuma, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Hepatitis – Nachbehandlung, fördert Gallenfluss, zuckersenkend, verdauungsfördernd, appetitanregend, magenstärkend.

Artischocke als Arzneipflanze

Die Artischocke ist vor allem aufgrund ihrer guten Wirkung bei Beschwerden infolge einer eingeschränkten Fettverdauung aufgrund mangelhafter Gallentätigkeit als Arzneipflanze bekannt. Die Galle ermöglicht nicht nur die Fettverdauung, sondern auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und die Ausscheidung von u.a. Cholesterin.

Als Alternative zum täglichen Verzehr von Artischocken bietet sich die Einnahme von Artischockenwirkstoffen in Form von Extrakten oder Presssaft an. Besonders naturnah sind die Wirkstoffe in Frischpflanzenextrakten enthalten, da bei ihnen die Blätter vor der Verarbeitung nicht getrocknet werden. So kann das breite, natürliche Spektrum der wichtigen Artischocken-Inhaltsstoffe zu fast 100 % in einen hochwertigen Extrakt gebracht werden. Aufgrund der Jahrtausende langen Erfahrung mit Artischocken als Nahrungs- und Heilmittel sind keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten.

Inhaltsstoffe

Die Artischocke enthält als wichtige Substanz Cynarin, ein Kaffeesäurederivat, sowie Flavonoide (wie Cynarosid) und Sesquiterpenlactone wie z.B. Cynaropicrin. Cynarin fördert die Bildung von Galle und den Gallenfluß, gleichzeitig wird die entgiftende Wirkung der Leber unterstützt und die Leber aufgrund ihrer antixoidativen Eigenschaften geschützt. Ergänzend dazu wird auch der Cholesterinspiegel, durch eine Reduktion der körpereigenen Cholesterinproduktion und einen schnelleren Abbau in der Galle, durch die Artischocke gesenkt. Zudem besitzt sie antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie ist also hervorragend für die Bekämpfung der Atherosklerose und damit u.a. zur Vorbeugung von Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt geeignet. Sie wirkt auch schwach harntreibend.

Bitterstoffe, Leberschutz und Fettverdauung Bitterstoffe oder Bittermittel, auch genannt Amara, regen die Magensaftsekretion und Verdauung an und sind angezeigt bei dyspeptischen Beschwerden. Pflanzen, welche die Gallenproduktion und den Gallenfluss anregen und damit zu einer besseren Fettverdauung beitragen, enthalten ebenfalls bittere Wirkstoffe. Durch ihre Einnahme wird nach üppigem Essen das Völlegefühl sowie Magendrücken und Blähungen vermindert. Artischocken sind dabei besonders wirkungsvoll. Nach langjährigen Erfahrungen, die durch klinische Studien belegt werden, senkt die Einnahme von Artischockenextrakten die Blutfettwerte und zwar das Gesamtcholesterin, das schädliche LDL-Cholesterin und die gefährlichen Triglyceride. Die Blutwerte des gesunden HDL-Cholesterins steigen hingegen an, wodurch ein günstigeres HDL-LDL-Cholesterin-Verhältnis eingestellt wird. Die Senkung der Blutfettwerte durch Artischocke steht im Zusammenhang mit deren stimulierenden und schützenden Effekten für die Leber. Die komplexen bioaktiven Inhaltstoffe der Artischocke helfen sogar bei der Regeneration der Leber, etwa nach Alkohol- oder Medikamenteneinnahme. Insbesondere die Caffeoylchinasäurederivate und das Cynarin, verstärkt durch die Artischocken-Flavonoide, sind dabei besonders wirkungsvoll.

Senkung von Blutfettwerten, Triglyceriden und Cholesterinspiegel Um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen, vor allem aber um erhöhte Blutfettwerte auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen, sollten die Galle anregende Bitterstoffe regelmäßig und vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Wie man heute weiß, besteht ein Zusammenhang zwischen erhöhten Blutfettwerten (Triglyceride und LDL-Cholesterin) und Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Erhöhte Blutwerte von Triglyceriden und LDL-Cholesterin stehen auch im Zusammenhang mit einem höheren Risiko von Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und wie sich inzwischen zeigt auch Altersdiabetes. Vorbeugung und Behandlung von Störungen des Leber-Galle-Systems und Beschwerden durch schweres, fettes Essen sind also mehr als die kurzfristige Steigerung des eigenen Wohlbefindens.

Botanik

Die Artischocke gehört zu den Distelgewächsen innerhalb der Familie der Korbblütler. Artischocken werden in vielen Zuchtformen, die sich in Farbe, Größe und Form unterscheiden, in den warmen Gebieten des Mittelmeerraumes und in Amerika als Gemüsepflanzen und in Mitteleuropa als Blattpflanzen für Arzneizwecke feldartig angebaut. Als Ausgangsform der heutigen Artischocke gilt die in Äthiopien und dem Mittelmeerraum heimische Wildpflanze Kardonie bzw. Kardunkel-Artischocke (Cynara cardunculus). Die Artischocke bevorzugt warme, nährstoffreiche, halbtrockene Böden mit nicht zu geringem Kalkgehalt und sonniger Lage.

Es handelt sich um eine sehr kräftige, ausdauernde Staudenpflanze, mit einer Wuchshöhe von etwa 70 – 140cm, welche schnell kleine Horste ausbildet. Sie bleibt für ca. 3 -5 Jahre ertragsfähig. Im ersten Jahr bildet sich jedoch nur eine Rosette aus.

Die kräftigen, einfachen Stängel sind stark verzweigt und dicht wollig behaart. Die einfachen bis fiederspaltigen, überhängenden, graugrünen Blätter wachsen meist sitzend, wechselständig und sind unterseits stark filzig behaart. Die Einzelblätter sind z.T. stark gefiedert.

Die Blütenköpfe der Artischocke sind mit 10 -15cm Durchmesser sehr groß. Sie sitzen einzeln endständig an den kräftigen Sprossachsen. Die scheibenartig angeordneten Röhrenblüten leuchten intensiv blau. Die eiförmigen, sehr kräftigen Hüllblätter sind bedornt. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Artischocke blüht zwischen August und Oktober. Sie verfügt über einen sehr kräftigen, bis 150cm tiefen Wurzelstock.

Phenolcarbonsäuren und Derivate der Caffeoylchinasäures, v.a. das Cynarin aber auch Chlorogen- und Neochlorogensäure. Bis zu 4 % des Sesquiterpenlactons Cynaropicrin, eines Bitterstoffs in Artischocke. Außerdem Flavonoide und Sesquiterpene.

PN-10-2008

Literatur

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