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Kamille

Matricaria recutita

Kamille

Kamille wirkt nicht nur entzündungshemmend und antibakeriell

Die Kamille wird in südlichen Ländern wie Spanien, Ägypten und Argentinien angebaut, aber auch in Osteuropa kultiviert. Für die Erzeugung hochwertiger Drogen werden heutzutage Zuchtformen eingesetzt. Die Kamille ist eine aufrechte, einjährige Pflanze, die eine Höhe von 60 cm erreichen kann.

Die Laubblätter sind mehrfach fiederteilig mit schmalen, stachelspitzigen Abschnitten. Die Blütenköpfe werden bis zu 28 cm im Durchmesser groß. Der Blütenstandsboden ist hohl. Die weißen Zungenblüten erreichen eine Länge von 1 cm, die gelben Röhrenblüten dagegen nur 2,5 mm. Die Frucht ist eine Achäne.

Medizinische Anwendung
Kamille hat eine entzündungshemmende Wirkung. Sie beschleunigt die Wundheilung, auch unter Anregung des gesamten Hautstoffwechsels, und ist antibakteriell wirksam.
Daher wird sie bei Haut- und Schleimhautentzündungen und bakteriellen Hauterkrankungen – einschließlich der verschiedenen Schleimhautbereiche in Mund-, Genital- und Analbereich –eingesetzt.
Innerlich lindert Kamille Krämpfe des Gastrointestinaltraktes sowie Reizungen der Mund-, Rachen, Magen- und Bronchialschleimhaut. Kamille wirkt schwach sedativ.

Dosierung
Eine Einzeldosis wird mit ca. 3 g getrockneter Droge angegeben.
Für ein Kamillendampfbad werden 1-2 Esslöffel der Blüten empfohlen. Zubereitungen wie der Kamillenfluidextrakt werden entsprechend (1-4 ml als Einzeldosis) eingesetzt. Dosierung des Tees für Kinder (oral):

  • 0 bis 1 Jahre
    0,5-1 g Droge
  • 1 bis 4 Jahre
    1-2 g Droge
  • 4 bis 10 Jahre
    2-3 g Droge
  • 10 bis 16 Jahre
    3 g Droge

Topisch angewendete, halbfeste Präparationen können unabhängig vom Alter in einer Konzentration von 3 – 10 % eingesetzt werde. Bei Kindern bis zu vier Jahren sollte ein Vollbad 10 g Pflanzenmaterial auf 10 Litern Wasser enthalten, Kinder zwischen 4 und 10 Jahren erhalten 30 g und Kinder ab 10 Jahren 50 g. Arzneimittel wie z. B. Kammilan sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

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