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Teufelskralle

Harpagophytum procumbens

Teufelskralle

Afrikanische Wurzeln mit heilender Wirkung

Die heilsame Wirkung der Teufelskralle ist in der Volksmedizin schon seit Langem bekannt. Wesentliche Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe vom Iridoid-Typ, Procumbid und freie Zimtsäure.

Die Teufelskralle findet immer mehr Beachtung in der Rheumatherapie. Sie wird als unterstützende Therapie bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Gelenkverschleiß (Arthrose) eingesetzt.

Durch den Gehalt an Bitterstoffen in der Teufelskralle werden außerdem die Sekretion des Magensaftes und die Förderung des Gallenflusses angeregt. Pharmakologisch wurden tierexperimentell entzündungshemmende und schmerzhemmende Wirkungen nachgewiesen. Auch in der Tiermedizin gewinnt die Pflanze immer mehr an Bedeutung.

Name und Herkunft
Ihren Namen verdankt sie ihrer Anhänglichkeit. Kleine Widerhaken an den Früchten der Teufelskralle heften sich an vorbeistreifende Menschen und Tiere und bleiben dort hartnäckig hängen. Die Verbreitung der Heilpflanze in den Savannen der Kalahari-Wüste Südafrikas, Botswana und Namibias ist dadurch gesichert. Die Teufelskralle ist eine krautig wachsende, am Boden aufliegende Pflanze, die schöne rot-violette Blüten hervorbringt. Im Süden Afrikas wird die wertvolle Heilpflanze aus Wildbeständen geerntet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlernte ein deutscher Soldat von afrikanischen Heilkundigen den therapeutischen Einsatz der Teufelskralle. Die pharmazeutische Erforschung erfolgte ab 1930 durch Otto Heinrich Volk (1903 – 2000).

Herstellung
Der weltweit steigende Bedarf an dieser Heilpflanze hat inzwischen negative Folgen für den Wildwuchs dieser Pflanzenart und der örtlichen Natur. Die Wildpflanze wurde durch Raubbau bedrohlich dezimiert. Inzwischen wird die Teufelskralle ausschließlich kontrolliert gesammelt. Nur die dicken Seitenwurzeln werden von Pflanze entfernt, so dass sich die Wildpflanze selbst wieder erholen kann und nach Jahren erneut für die Ernte zur Verfügung steht. Doch die Nachfrage ist groß. Deutsche Pharmaunternehmen hoffen, dass sie in wenigen Jahren auf Heilpflanzen aus kontrolliertem Anbau zurückgreifen können. Auf Versuchsfeldern wird derzeit getestet, ob und wie die Teufelskralle gezielt angebaut werden kann.

Die ca. 5 cm großen, leuchtend roten Blüten verwandeln sich zu holzigen Früchten mit 15 cm langen Fangarmen mit Widerhaken. Der Wirkstoff wird jedoch ausschließlich aus der Wurzel gewonnen.

Anwendungsgebiete
Die Teufelskralle wird bei leichten Schmerzen allein und bei stärkeren Schmerzen zur Unterstützung der bestehenden Therapie eingesetzt. Für die Behandlung akuter und starker Schmerzen ist die Pflanze nicht geeignet. Ihre Wirkung setzt erst innerhalb von zwei bis vier Wochen ein. Die phytopharmazeutische Industrie versucht Pflanzenextrakte zu optimieren, damit sie ihre volle Wirkung entfalten und Entzündungen entgegen wirken können.

Als Arznei werden nicht die Früchte, sondern die tief in der Erde steckenden, dicken Speicherwurzeln verwendet. Deshalb ist die Wurzel der wertvollste Teil, denn die Seitenarme der Teufelskralle enthalten die heilenden Wirkstoffe. Die Einheimischen in Südafrika kannte die Pflanze schon lange und verwendeten die knollenartige Seitentriebe der Teufelskrallenwurzel gegen rheumatische Erkrankungen und bei Magen-Darm-Beschwerden.

Die wässrigen oder alkoholisch-wässrigen Auszüge aus den sekundären Speicherwurzeln der Teufelskralle finden Anwendung bei:

  • Entzündlichen Gelenkerkrankungen
  • Chronischen Rückenschmerzen. Insbesondere verschleißbedingte Rückenschmerzen
  • Verschleißbedingten Gelenkbeschwerden: Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose), Arthrose der Hüftgelenke (Coxarthrose) oder Arthrose der Wirbelgelenke (Facettensyndrom)
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Hexenschuss
  • Sehnenentzündungen (wie z.B. Tennisarm oder Golferellenbogen)

Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Teufelskralle wurden durch zahlreiche Untersuchungen nachgewiesen. Mehrere klinische Studien, mit oder ohne Placebo-Gruppe, zeigen, dass die Wurzel der Teufelskralle bei Muskelskelettschmerzen, insbesondere bei Arthritis und Rückenschmerzen, die Mobilität erhöhen und die Schmerzen spürbar lindern kann. In vergleichenden klinischen Versuchen konnte außerdem gezeigt werden, dass die Pflanze zur Linderung der Arthritis ebenso wirksam ist wie die üblichen Behandlungsmethoden. In einer Studie an 63 Patienten haben die Wissenschaftler festgestellt, dass die Pflanze nicht nur auf Gelenke und Sehnen wirkt, sondern darüber hinaus auch die Muskelentspannung fördert.
Harpagophytum procumbens soll aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften auch schmerzlindernd sein.

Darreichungsform
Die Teufelskralle gibt es in verschiedenen Darreichungsformen:

  • Tabletten
  • Brausetabletten
  • Kapseln
  • Tropfen (können Alkohol enthalten!)
  • Pulver
  • Tee
  • Ampullen zur Injektion unter die Haut (s.c), in die Haut (i.c.), in die Vene (i.v) oder in den Muskel (i.m.) (können Alkohol enthalten). In der Regel wird eine Injektionstherapie in Form einer subcutanen (s.c.) Quaddelung durchgeführt.

Es gibt die Teufelskralle in Reinform oder als Kombinationsprodukt mit homöopathischen Wirkstoffen wie Arnica, Hypericum, Bryonia, Symphytum etc.

Nebenwirkung
Nebenwirkungen sind insgesamt selten. So wurden Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen beschrieben. Ganz besonders selten kommt es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion wie Hautausschlag, Nesselsucht, Gesichtsschwellung, Gesichtsödem und Kreislaufzusammenbruch (Schock) oder Blutzuckeranstieg bei bekanntem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Wechselwirkungen
Uns sind derzeit keine Wechselwirkungen bekannt.

Kontraindikation / Gegenanzeige
Bei einem bestehenden Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) darf die Teufelskralle nicht eingenommen werden. Gallensteinleiden (Cholezystolithiasis) kann eine Gegenanzeige darstellen. Bei Kindern unter 12 Jahren bestehen keine ausreichenden Erkenntnisse.

Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach der Darrreichungsform und geht von 2 Tabletten (1-0-1) bis drei mal 30 Tropfen (1-1-1). Bitte entnehmen Sie die genauen Angaben dem Beipackzettel. Die Tabletten enthalten zwischen 200 – 600 mg – meist 480 mg -Trockenextrakt aus der Teufelskrallenwurzel.

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