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B-Vitamine bremsen den Hirnschwund im Alter

15. 10. 2010, Redaktion

Die Nachricht sorgte für Aufsehen: Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass Vitamin B vorbeugend gegen Alzheimer wirken könnte. Sollten die Ergebnisse stimmen, so wäre dies überaus wichtig für alle Menschen, die unter Vergesslichkeit oder ähnlichen Symptomen leiden. Denn sie sind besonders gefährdet, später an Alzheimer zu erkranken. Doch kann es wirklich so einfach sein? SWR.de hat sich die vom Fachmagazin PLoS ONE veröffentlichte Studie näher angesehen.

Unser aller Gehirn schrumpft im Alter, auch wenn wir gesund sind. Bei Menschen, die unter leichten kognitiven Beeinträchtigungen wie zum Beispiel gelegentlichen Gedächtnisstörungen leiden, schreitet dieser Rückgang schneller voran. Das lässt sich in besonderem Maße bei denjenigen feststellen, die später tatsächlich an Alzheimer erkranken. Sobald die gefürchtete Krankheit ausgebrochen ist, schwindet das Gehirn dann dramatisch. Von diesen Erkenntnissen, die wissenschaftlich relativ abgesichert sind, geht die Studie aus.

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende und unheilbare Hirnleistungsstörung. Die Patienten sind verwirrt, hochgradig vergesslich und verändern häufig ihr Wesen. Alzheimer ist die häufigste Form unumkehrbarer Demenz. Etwa 1,2 Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschland an der Alzheimer-Krankheit. Für das Jahr 2030 wird mit circa zwei Millionen Erkrankten gerechnet.

Hält Vitamin B das Schrumpfen auf?
Das Forscherteam nimmt weiter an, dass ältere Menschen mit Demenzsymptomen seltener zu Alzheimer-Patienten werden, wenn die Hirnschrumpfung rechtzeitig eingedämmt werden kann. Deshalb beschäftigen sie sich mit den Faktoren, die den Schwund auslösen. Als Risikofaktor gilt unter anderem ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut. Homocystein ist eine Aminosäure, die schon lange im Verdacht steht, Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu begünstigen. Der Körper bildet unter anderem dann zu viel Homocystein, wenn er mit Folsäure und anderen B-Vitaminen unterversorgt ist. Die Mediziner wollten deshalb wissen, ob sich Menschen mit Vitamin B gegen die Schrumpfung des Hirns wappnen können.

Ergebnis: Der Schwund kann eingedämmt werden
Die Untersuchung umfasste 168 Freiwillige, die allesamt über 70 Jahre alt waren und bereits an einer leichten kognitiven Beeinträchtigung litten. Ein Teil von ihnen bekam 24 Monate lang hohe Dosen Vitamin B6 und Vitamin B12. Der andere Teil nahm dagegen ein Placebo ein, also ein Scheinmedikament. Das beeindruckende Ergebnis: Das altersbedingte Schrumpfen des Gehirns bei den Vitamin-B-Konsumenten fiel im Schnitt um 30 Prozent geringer aus als bei der Placebo-Gruppe.

Die Autoren der Veröffentlichung geben leider keinen Hinweis darauf, inwieweit die Gehirnfunktion der Patienten durch die Einnahme verbessert wurde. Insofern lässt sich nur indirekt folgern, dass Vitamin B sich zur Vorbeugung gegen Alzheimer eignet.

Seriösität der Studie
Obwohl sich die Studie nur auf die recht kleine Zahl von 168 Teilnehmern bezieht, wurde in den Medien intensiv über sie berichtet. Für ihre Relevanz spricht zum einen, das sie in dem Online-Fachmagazin PLoS ONE veröffentlicht wurde. Dieses ist nach Einschätzung von Oda Sanel, Geschäftsführerin des Vereins “Alzheimer Forschung Initiative”, ein anerkanntes Fachmedium. Zum anderen stehen die Befunde im Einklang mit der bisherigen Alzheimer-Forschung. “Es gibt schon seit längerer Zeit Hinweise darauf, dass hohe Homocystein-Werte neurotoxisch wirken”, erläutert Dr. Gunter Eckert vom Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaften in Frankfurt. Die Studie ist aus seiner Sicht handwerklich gut gemacht und geht in Bezug auf ihren Fokus in die richtige Richtung.

Durchgeführt wurde die Untersuchung von zehn Forschern, die vornehmlich aus Großbritannien stammen. Interessant ist, dass der Hauptautor, David Smith, zwei Patente mitentwickelt hat, die mit der Behandlung von Alzheimer durch Folsäure zusammenhängen und von der Universität Oxford gehalten werden. Nach den Regeln der Hochschule profitiert er finanziell, wenn diese Patente wirtschaftlich verwertet werden. Dies gilt aber als normaler Vorgang und muss nicht bedeuten, dass die Studie industrienah ist. Die anderen neun Autoren haben laut PLoS ONE keine potenziellen finanziellen Vorteile.

Warnung: Nicht überdosieren
Die Funde sollen jetzt durch weitere Erhebungen bestätigt werden. Das ist auch gut so, denn Vitamine galten schon mehrfach als Heilsbringer, was dann später relativiert wurde. Dem Forscherteam scheint aber bewusst zu sein, dass schon die jetzige Veröffentlichung ausreichen könnte, um einen Ansturm auf Vitamin-B-Präparate auszulösen. Die Mediziner warnen deshalb vor einer zu hohen Dosierung, da es Hinweise darauf gibt, dass eine übermäßige Einnahme nicht gesundheitsförderlich ist.

Wer sich gegen Alzheimer und Demenz schützen möchte, sollte außerdem wissen, dass ein zu hoher Homocystein-Spiegel nicht der einzige Risikofaktor ist. Als kritisch gelten auch ein hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen.

Quelle: swr.de, red.-mod.

Anmerkung des Portal-Naturheilkunde:
Hohe Dosierungen von Vitamin B sollten nur in Abstimmung mit einem Therapeuten erfolgen. Zur präventiven Behandlung und Langzeitbehandlung mit sinnvoll dosierten Produkten empfehlen wir Produkte aus der Apotheke, die ausschließlich B-Vitamine enthalten oder zusätzlich noch mit dem Eiweißbaustein Arginin kombiniert sind. Durch diese Kombination wird zusätzlich noch die Durchblutung der Gehirngefäße und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung verbessert.

  • Beispiele für reine Vitamin B-Produkte:
    Medyn forte Kapseln, Gesundform Folsaeure + B6 + B12 Kapseln
  • Beispiel für Vitamin B-Produkt mit zusätzlichem Arginin:
    Telcor Arginin plus, Kapseln oder Granulat

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