Interview mit Heilpraktiker Peter Germann, PhytAro Heilpflanzenschule Dortmund.
Der Granatapfel ist schon im alten Testament erwähnt worden und gilt in vielen Kulturkreisen als Symbol für Liebe, Kinderreichtum und Kraft. Auch in der Naturheilkunde ist die scharlachrote Frucht mit dem kernreichen Inneren nicht mehr wegzudenken und erfreut sich derzeit einer wahren Renaissance, wie uns Heilpraktiker Peter Germann aus Dortmund berichtet:
Herr Germann, der Granatapfel gilt als älteste Heilfrucht der Menschheit. Wie passt dieses alte Wissen in unsere heutige moderne Zeit?
Der Granatapfel ist in der Volksmedizin schon seit Jahrhunderten bekannt und hat eine lange Tradition. Im Verlauf der Zeit wurde er dabei bei vielen Krankheiten eingesetzt und zeigt auch heute noch, dass seine Wirkung mehr als vielfältig ist. Das hat auch die moderne Wissenschaft bemerkt. Zu keiner anderen Frucht wurden in den letzten Jahren mehr wissenschaftliche Studien durchgeführt. Das ist für ein Phytotherapeutikum mit langer Tradition schon beeindruckend. Die Studienergebnisse erlangen jetzt öffentliches Interesse, weil deutlich wird, dass fast jeder vom Granatapfel profitieren könnte. Viele Menschen leiden heute an Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose. Auch der oxidative Stress nimmt in der heutigen Zeit immer mehr zu.
Man hört und liest viel von oxidativem Stress. Was bedeutet dieser Stress für den Körper und letzten Endes für die Gesundheit?
Von oxidativem Stress spricht man dann, wenn durch so genannte freie Radikale aggressive und schädigende Sauerstoffverbindungen im Körper freigesetzt werden. Das geschieht z.B. durch Alkoholkonsum, Rauchen oder UV-Strahlung. Deswegen gewinnen Antioxidantien immer mehr an Bedeutung. Sie neutralisieren die freien Radikale und machen sie für unseren Körper unschädlich. Viele Erkrankungen manifestieren sich heutzutage nur wegen der aufgenommenen Schadstoffe und der oxidativen Prozesse. Normalerweise hat jeder Körper seinen eigenen Schutzschild gegen freie Radikale. Wenn es allerdings zu viele werden, sollte man den Organismus mit Antioxidantien unterstützen. Der Granatapfel ist für seine zahlreichen Antioxidantien bekannt und gleichzeitig eine rein natürliche Quelle.
Kann man die antioxidative Wirkung des Granatapfels mit der des Rotweins vergleichen? Gibt es andere pflanzliche Alternativen?
Die antioxidative Wirkung des Granatapfels ist um vieles höher als die von Rotwein, Traubensaft oder Ascorbinsäure. Doch das ist nur eine der positiven Eigenschaften der Frucht.
Wo sehen Sie die wichtigsten Perspektiven in der naturheilkundlichen Anwendung des Granatapfels?
Der Granatapfel wird zur Vorbeugung von Arteriosklerose und Bluthochdruck empfohlen. Die Inhaltstoffe der Frucht wirken cholesterinsenkend. Sie senken zusätzlich die Zuckeraufnahme im Darm und könnten sich deshalb zur Vorbeugung des Diabetes mellitus eignen. Auch Frauen im Klimakterium können ihre Wechseljahresbeschwerden mit Granatapfel lindern.
Die in der Frucht enthaltende Ellagsäure beugt des Weiteren DNS-Schäden vor und spielt eine maßgebliche Rolle bei den körpereigenen Reparaturmechanismen. Wirkstoffe des Granatapfels könnten außerdem Schutz vor den negativen Auswirkungen der UV-B-Strahlung der Sonne bieten. Es gibt wirklich viele Einsatzgebiete dieser Frucht.
Stimmt es, dass Granatapfel sogar bei Krebserkrankungen helfen kann?
Ja, das ist richtig. Die Krebsforschung setzt offenbar auf die heilende Wirkung des Granatapfels. Klinische Versuche haben bereits erste Ergebnisse in Form einer positiven Beeinflussung bei Krebserkrankungen gezeigt. Das wird auf den wachstumshemmenden Einfluss auf Tumorzellen zurückgeführt.
Der Granatapfel ist also ein wahres Multi-Talent?
Das kann man wirklich so sagen. Präventiv kann der Granatapfel als Zellschutz eingesetzt werden, er hat einen überaus positiven Effekt auf den Lipidstoffwechsel und die Leberaktivität und ist ein wahrer Antioxidantien-Cocktail und unterstützt die Entgiftungsaktivität des Körpers. In der heutigen Zeit sind die Entgiftung und die Stoffwechselaktivierung ein wichtiges Thema in der naturheilkundlichen Praxis.
In welcher Form nimmt man die Frucht am besten zu sich?
Zunächst einmal als Fruchtsaft, der allerdings einen recht hohen Gehalt an Säure und Zucker aufweist. Die Säure kann bei täglicher Anwendung ungünstig für den Zahnschmelz sein. Dann natürlich die Frucht selbst, die allerdings nicht das ganze Jahr über verfügbar ist. Wichtig dabei ist auf jeden Fall, auf kontrollierten Anbau zu achten, egal welche Form Sie vorziehen. Eine optimale Alternative gibt es jetzt auch als Granatapfelsaft-Extrakt in Kapselform, z.B. Crosmin Granatapfel aus der Apotheke.
Wer profitiert von Granatapfel?
Wie die Frucht ist der Fruchtsaftextrakt in den empfohlenen Mengen unbedenklich und kann im Zweifelsfall nur Gutes für die Gesundheit bewirken. Insbesondere Sonnenanbeter – als Schutz vor UV-Schäden-, Raucher, ältere Menschen mit geschwächten Immunsystem, aber auch Personen mit entzündlichen Gelenkbeschwerden, profitieren von den Eigenschaften des Granatapfels.
