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Efeu

Hedera helix

Efeu (Hedera helix)Der Efeu (Hedera helix) kommt in mannigfachen Arten vor. Er fällt vor allem im Winter auf, wo er, ähnlich wie die Mistel, sein Laub behält. Efeu rankt mittels Haftwurzeln an Mauern, Bäumen oder Felsen empor, saugt aber die „Pflanzenstütze“ nicht aus.

Die Gundelrebe oder der Gundermann (Hedera terrestis) rankt über den Boden und trägt den verwandten Namen „Erdfeu“. Beide Arten haben botanisch nichts miteinander zu tun, zielen aber von ihren Wirkweisen her auf die Luftwege.

Dem Efeu werden viele mystische Dinge nachgesagt. Da er verhältnismäßig selten Früchte trägt, steht er in manchen Landstrichen als Zeichen für Unfruchtbarkeit oder Jungfernschaft. So sagt man, dass die Tochter des Hauses, wo Efeu gezogen wird, unverheiratet bleibt. Das Blühen und Fruchten der Pflanze wird vielfach als Orakel für die bevorstehende Weinlese gesehen; blüht der Efeu schön, dann wird es auch viel Wein geben. Dieses „Weinorakel“ lässt sich sogar naturwissenschaftlich untermauern. Der Efeu fruchtet nur, ebenso wie der Wein, in warmen Lagen. In der Eifel glaubte man, dass verwundete Wildschweine die Pflanze fressen und dadurch wieder geheilt werden. Diese Behauptung geht schon auf den Römer Plinius zurück.

Mystik hin oder her; je mehr Verhaltensmuster oder Bedeutungen einer Pflanze nachgesagt werden, umso größer und potenter ist in der Regel ihre Wirkweise.

Efeu gehört zu den Araliaceae. Die Pflanze ist immergrün und kann kräftige, mit Haftwurzeln besetzte Stämme bilden. Sie liebt Laubwälder, Felsen sowie Mauern und wird in vielen Kulturformen in Europa und Südwestasien gepflanzt. Phytotherapeutisch werden die Blätter (Herderae helicis folium) genutzt. Sie enthalten Saponinverbindungen, welche durch Glycosidspaltung in unter anderem Alphahederin übergehen. Weiterhin sind Oleanolsäure, Hederagenin, Flavonoide und Kaffeesäurederivate zu nennen. Auch ein ätherisches Öl spielt in den Blättern eine Rolle, auch wenn es nur in geringer Menge vorhanden ist.

Der hohe Saponingehalt lässt schon erahnen, wo die Hauptansatzpunkte dieses Phytotherapeutikums liegen, nämlich in seinen auswurffördernden, schleimverflüssigenden und krampflösenden Eigenschaften. Daraus ergeben sich die Indikationen Katarrhe der Luftwege, chronisch-entzündliche Erkrankungen des Bronchialtraktes und Husten unterschiedlicher Genese. Efeu wird selten nur allein angewendet, sondern weitaus häufiger und effektiver in der Kombination mit anderen Pflanzen gleicher Zielrichtung. Eine gute Möglichkeit ist beispielsweise die Zusammenstellung von Efeu (Hedera helix), Thymian (Thymus vulgaris) und Süßholz (Glycyrrhiza glabra), z. B in dem alkoholfreien Hustenlöser Broncholitan®. Die schon beschriebenen Eigenschaften des Efeus mit den ähnlichen und gleichzeitig entzündungshemmenden Faktoren des Süßholzes sowie der Möglichkeit des Thymians, unter anderem gegen Mikroben anzugehen, ergeben ein abgerundetes Therapiekonzept.

Der Efeu weist aber noch weitere Eigenschaften auf. So ist er sehr gut bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) einsetzbar. Hier hat sich die Kombination mit dem jodhaltigen Blasentang (Fucus vesiculosus) bewährt. Phytotherapeutische oder spagyrische Aufbereitungen haben sich beim Tang als therapeutisch sinnvoll erwiesen.

Widmet man sich, weg vom pharmakolischen Ansatz, dem Wesen der Pflanze, so beschreibt Roger Kalbermatten die Überwindung von Angst, ausgelöst durch Anklammerung und verhärtete Strukturen. „Eine Schlüsselfunktion in der Seelenentwicklung des Menschen hat die Wahrnehmung, Verarbeitung und das Akzeptieren der inneren Bilder, Kräfte und Eigenschaften, die aus der Tiefe des Unterbewussten ins Bewusstsein aufsteigen.“
So wie Angst das „frei Atmen“ der Seele einschränkt, führt sie auf der körperlichen Ebene zur Behinderung der Atmung, in der Form von Symptomen wie Krampfhusten, Bronchitis oder Asthma. Über diesen Weg schließt sich auch wieder der seelische Anteil mit der Körperebene.

Auch zur unterstützenden Behandlung des rheumatischen Formenkreises kann Efeu eingesetzt werden. Hier sollte eine Kombination mit der Esche (Fraxinus excelsior) und der von der Signaturenlehre sehr beweglichen Birke (Betula pendula) angedacht sein.

Pflanzen sind mehr als nur die Zusammenstellung ihrer chemischen Verbindungen. Als Therapeut sollte man sich viel mehr trauen, auch Bereiche aus der Volksaussage und sonstige Hinweise aufzunehmen und eventuell behandlungsmäßig umzusetzen.
Efeu gibt hier gute „Informationen“.

Peter Germann
Gesundheitshaus Viriditas / Phytaro Heilpflanzenschule Dortmund
Im Karrenberg 56
44329 Dortmund
www.phytaro.de

Bild: ®stoupa / Fotolia.com

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