Es ist unangenehm, lästig und vielen Betroffenen peinlich: Ständiger Harndrang oder ungewollter Urinabgang. Über 25 Prozent der Frauen und Männer über 40 Jahre klagen darüber. Ein Leiden, dass mit zunehmendem Alter stärker wird, wenn man dieser Entwicklung nicht rechtzeitig gezielt entgegenwirkt.
Chemische Medikamente oder spezielle gymnastische Übungen sind bekannte Therapien. Doch führen diese Methoden nicht immer zum gewünschten Erfolg, da oft auch Entzündungen der Harnwege Mitverursacher einer Reizblase sind. Aktuelle Studien haben jetzt gezeigt, dass kombinierte Pflanzenextrakte aus Kürbiskernen und der amerikanischen Cranberry eine wirkungsvolle Alternative sind.
Ursachen für die Blasenschwäche
Die Ursachen für eine Blasenschwäche sind vielfältig: Operationen, Entzündungen, Diabetes, nervliche Störungen oder sogar Tumore. Bei Männern führt eine gutartige Prostatavergrößerung oft zu einer Reizblase. Hinzukommt, dass mit zunehmendem Alter der Schließmuskel der Blase schwächelt. Auch die Muskeln des Beckens verlieren an Spannkraft. Betroffen davon sind vor allem Frauen, die mehrere Kinder zur Welt gebracht haben. Begünstigt wird die Entwicklung einer Reizblase auch durch die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren. Leidet man erst einmal darunter, kann es beim Niesen, Husten sowie dem Heben schwerer Gegenstände oder auch beim Sport zum unwillkürlichen Urinfluss kommen.
Betroffene vereinsamen
Vielen Betroffenen ist das so peinlich, dass sie daraus ein Tabu machen. Sie plagen sich mit Inkontinenz-Binden herum und trauen sich nicht mehr vor die Tür. Selbst den Gang zum Supermarkt stellen viele ältere Menschen ein. Sie kapseln sich ab und vereinsamen zunehmend. Deshalb ist es ganz wichtig, bei den ersten Anzeichen einer Blasenschwäche den Hausarzt oder einen Urologen aufzusuchen. Er kann helfen und wird die richtigen Maßnahmen ergreifen. Zusätzlich kann jeder Betroffene durch eine begleitende Selbstmedikation mit speziellen Pflanzenextrakten erfolgreich die Reizblase bekämpfen.
Kürbiskerne – die beste Naturtherapie
Schon immer wurden in der Naturmedizin Kürbiskerne erfolgreich bei Reizblase und Prostata-Beschwerden eingesetzt. Doch erst seit es mit modernen Verfahren gelingt, hochwirksame Kürbiskernextrakte herzustellen, ist eine wirkungsvolle Therapie möglich. Die Kerne enthalten wertvolles Vitamin E, Provitamin A (Betacarotin) und Spurenelementen wie Mangan, Zink, Kupfer und Selen. Doch die wichtigsten Wirkstoffe sind pflanzliche Hormonstoffe, auch Phyto-Östrogene genannt. Diese speziellen Pflanzenhormone sind Lignane. Sie haben eine starke Wirkung auf Blase und Prostata und erfüllen wichtige Schutz- und Reparatur-Aufgaben:
- Sie stärken die Blase gegen die Anfälligkeit für eine Blasenentzündung und andere Blasenerkrankungen, reduzieren den ständigen Harndrang, beruhigen die gereizte Blase und stärken die Blasenmuskulatur.
- Sie wirken auch bei Stress-Inkontinenz, die unter anderem durch eine Störung im Hormonhaushalt der Frau verursacht wird, wodurch sich das Verhältnis zwischen Östrogenen und Androgenen verändert. Eine Schweizer Studie bewies: Durch die Einnahme eines Kürbiskern-Extraktes konnte bei den betroffenen Frauen eine Erhöhung des Testosteron-Spiegels und damit eine Stärkung der Blasen- und Beckenboden-Muskulatur erreicht werden.
- Sie hemmen zudem die gutartige Vergrößerung der männlichen Prostata, wirken sich positiv auf eine bereits vorhandene Vergrößerung aus und beheben Beschwerden beim Wasserlassen.
Cranberrys verstärken die Wirkung
Weiter verstärkt wird die Wirkung des Kürbiskern-Extraktes, wenn er mit Cranberry-Extrakt und Vitamin C kombiniert wird (z.B. in Cystorenal Cranberry plus, Kneipp Kürbis plus Kapseln – rezeptfrei in allen Apotheken). Diese Kombination ist gut verträglich und auch für eine vorbeugende Langzeittherapie geeignet. Denn oft sind durch Bakterien ausgelöste Entzündungen der Blasenschleimhaut Ursache für die Funktionsstörungen der Blase. Die antibakteriellen Stoffe der amerikanischen Preiselbeere Cranberry umhüllen die Bakterien wie ein Mantel. So können sie sich nicht in der Schleimhaut von Blase und Niere festsetzen und werden mit dem Urin wieder ausgespült. Diese “Anti-Haft-Wirkung” wurde durch neueste Studien der Columbia Universität New York bewiesen. Der Kürbiskernextrakt steigert die antibakterielle Wirkung der Cranberrys und stärkt gleichzeitig die Blasenfunktion wodurch der ständige Harndrang verschwindet oder deutlich reduziert wird.
Auch damit können Sie die Blase stärken
- Gymnastik strafft die Blasenmuskeln
Durch regelmäßiges Beckenbodentraining wird die erschlaffte Blasen- und Beckenmuskulatur wieder gestrafft. Entsprechende Kurse bieten Krankenkassen, Volkshochschulen, Sportvereine und die Reha-Abteilungen von Krankenhäusern an. Schöner Nebeneffekt: Man wird dadurch auch wieder allgemein gelenkiger, gewinnt an Spannkraft dazu und fühlt sich rundum fit.
- Auch auf die Ernährung kommt es an
Eine ausgewogene Ernährung hat positiven Einfluss auf die Symptome der Blasenprobleme. Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Kiwi, Sanddorn, Johannisbeere, Tomate, Paprika wirken durch ihren hohen Vitamin C-Gehalt keimtötend in der Blase und in den Harnwegen. Außerdem regen sie, wie auch Spargel, Ananas, Blumenkohl oder Schwarzwurzel den Harnfluss an. Der angeregte Harnfluss trainiert den Blasenmuskel und verdünnt den Harn, der so weniger die Schleimhaut der Blase reizen kann. Einen positiven Effekt auf die Blase haben auch gelbe, rote und dunkelgrüne Obst- und Gemüsesorten wie Paprika, Spinat oder Karotten. Sie enthalten Provitamin A (Betacarotin), das die Schleimhaut der Blasenwand stärkt, indem es die Bildung von körpereigenen Abwehrstoffen anregt und damit das Immunsystem unterstützt.
- Das vegetative System stärken
Die Zufuhr von B-Vitaminen und Magnesium stärkt das vegetative Nervensystem. Denn die Blasenfunktion wird vom vegetativen Nervensystem und dem Gehirn gesteuert. Dabei registriert der Blasenmuskel die Information über den Grad der Blasenfüllung und meldet dies über die Nerven an das Gehirn. Dort wird der eingehende Reiz verarbeitet, und das Gehirn löst den Entleerungsbefehl aus. Natürliche B 1- und B 6-Quellen sind Nüsse, Sonnenblumenkerne, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Naturreis, Bananen und Müsli. Magnesium ist insbesondere in Fisch, Geflügel, Milch, Milchprodukten, Beeren und Orangen enthalten.
